Cristofori-Hammerflügel von 1722 und 1726

Die Hammermechanik Bartolomeo Cristoforis ist eine ausgereifte und voll funktionsfähige Mechanik, die ein schnelles und direktes Spiel ermöglicht. Sie besitzt bereits alle Parameter der modernen Klaviermechanik: Hammerstiel und Hammerkopf, Zwischenhebel, Auslösung, Dämpfer und Fänger. Die Mechanik hat einen sehr leichten Anschlag. Die Gehäusekonstruktion der Cristofori-Hammerflügel unterscheidet sich noch nicht von der in Cristoforis Cembali aus der gleichen Zeit. Die Gehäuse aus Silberpappelholz sind ganz besonders leicht. Die Saiten des doppelsaitigen Messingbezuges haben Durchmesser ähnlich einem italienischen Cembalo. Der Tastenumfang beträgt vier Oktaven (C – c3). Es gibt ein una corda – Register, welches durch seitliches Verschieben der Tastatur eine der zwei Saiten erklingen läßt.

Umfangreiche Informationen zu den Originalinstrumenten finden sich unter der Rubrik Forschung. Dort können Artikel und anderes Material zu den Cristofori-Hammerflügeln heruntergeladen werden. Viele Untersuchungsergebnisse sind auch in meine Vorträge geflossen, von denen einige eingesehen werden können (siehe Vorträge).

  • Modell der Cristofori-Mechnik von 1726
  • Innenkonstruktion der Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
  • Detail der Innenkonstruktion, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
  • die doppelte Hohlwandkonstruktion, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
  • die doppelte Hohlwandkonstruktion, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
  • Detail Sägeschnitte, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
  • Resonanzbodenberippung, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
  • Detail Sägeschnitte Abbundrippe, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722

Kopie (1997) des Cristofori-Hammerflügels von 1726 (Original im Grassi-Museum Leipzig)

das fertiggestellte Gehäuse der Cristofori-Hammerflügel-Kopie im angrenzenden Park des Grassi-Musuems Leipzig im Oktober 1996
das fertigestellte Gehäuse der Kopie des Cristofori-Hammerflügels im angrenzenden Park des Grassi-Musuems Leipzig im Oktober 1996
die Kopie des Cristofori-Hammerfügels noch ohne Bemalung 1997 im Haus von Tony Chinnery in Vicchio/ Florenz
1997 in der Accademia Bartolomeo Cristofori in Florenz
1997 in der Accademia Bartolomeo Cristofori Firenze
vor dem Konzertes in der Galleria dell''Accademia in Florenz im November 2010
während der Gastjahre in der Musikinstrumenten-Abteilung der Galleria dell''Accademia in Florenz
in der Galleria dell''Accademia Firenze
Mechanik der Cristofori-Kopie

Dieser Cristofori-Hammerflügel war mein erstes Instrument überhaupt. Es hat schon eine 20-jährige Geschichte zu erzählen. Mit dem Bau habe ich 1995 begonnen. Ich war damals noch Restauratorin im Händel-Haus Halle und hatte mir in unserer Wohngemeinschaft, in der ich mit zwei Kunststudenten lebte, eine kleine Werkstatt eingerichtet. Es ging dort ziemlich verrückt zu, denn im Raum, wo ich meine Werkstatt hatte, war, nur mit einem Vorhang getrennt, auch unser Bad eingebaut (Das war natürliche Luftbefeuchtung!). Die Maschinenarbeit verrichtete ich im Händel-Haus und nahm dann die gesägten, gehobelten Bretter mit nach Hause. So entstand die Innenkonstruktion. Im Herbst 1996 hatte ich dann die einzigartige Möglichkeit, für zwei Monate bei meinen Kollegen in der Restaurierungswerkstatt im Grassi-Museum Leipzig an der Kopie zu arbeiten. So hatte ich das Original ständig vor Augen. Den Resonanzboden leimte ich unter Aufsicht von William Jurgenson in seiner Werkstatt in der Nähe von Stuttgart ein.

Von dort aus ging es dann Anfang 1997 nach Florenz, wo ich in der Werkstatt der Accademia Bartolomeo Cristofori die Saiten aufzog und die Tastatur baute. Die Hammermechanik fertigte ich in der Werkstatt von Tony Chinnery an, der nördlich von Florenz seine Werkstatt hat. Im Dezember 1997 fand das Einweihungskonzert in der Accademia Bartolomeo Cristofori statt. Seitdem verleihe ich diesen Flügel für Konzerte, Tonaufnahmen und Meisterkurse (für weitere Informationenen siehe Konzertservice). In den Jahren von 2006 bi 2013 war er in der Musikinstrumenten-Abteilung der Galleria dell'Accademia ausgestellt.

Es gibt zahlreiche CD-Aufnahmen (siehe Discografie) und Konzertmitschnitte (siehe Konzertservice) mit diesem Instrument. Außerdem sind zwei CDs "The Invention of the Piano" und "Italian Violin Sonatas & the Cristofori Piano" mit meinem eigenen Label in der Druckvorbereitung (siehe CD Label).

Kopie (2000) des Cristofori-Hammerflügels von 1726 für das Grassi-Museum in Leipzig

die Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1726 im Konzertsaal des Grassi-Museums in Leipzig
die Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1726 im Konzertsaal des Grassi-Museums in Leipzig
die Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1726 im Konzertsaal des Grassi-Museums in Leipzig
Tastatur und Signatur
Hammermechanik

Kopie (2010) des Cristofori-Hammerflügels von 1722 für das Museo degli Strumenti Musicali in Rom

Gesamtansicht, Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
Gesamtansicht Kopie des Cristofori-Hammerflügels von 1722
Tastatur der Kopie des Hammerflügels von 1722
Tastatur und Hammermechanik
Hämmer
Tastatur und Auslösestößer
handgeschmiedetes Schloss und Scharnier
hangeschmiedetes Scharnier
handgeschmiedetes Schloss